Petition: Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen
Dienstag, 10. November 2009 | Autor: David Krcek
Schwer zu glauben, aber der Steuerzahler, also wir alle finanzieren Jahr für Jahr mit ca. 12 Mrd. € die Forschung in Deutschland. Gleichzeitig erscheint die Mehrzahl an wissenschaftlicher Publikationen in Zeitschriften, die kostenpflichtig sind. Oder anders ausgedrückt wir bezahlen für Forschung viel Geld, für die Ergebnisse müssen wir dann nochmal zahlen. Eine Petition in Bundestag will das nun ändern.
Der Text im Wortlaut:
“Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss. Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen. Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.”
Aktuell gibt es ca. 3800 Mitzeichner, wir brauchen also nur noch knapp 46200 bis 22. Dezember 2009.
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